Was sich in Tansania tut: Aktueller Bericht von Kinderheimgründer Daniel Preuss

Damit ihr einen aktuellen konkreten Eindruck bekommt, was in den von soulhood unterstützten Kinderheimen momentan passiert und geleistet wird:
Hier einige Passagen aus dem diesjährigen Bericht vom Hauptmanager der Kinderheime, Daniel Preuss (Streetkids e.V.):

Es war ein sehr schöner Moment unsere beiden Waisenhäuser fertig zu sehen, auch wenn ich erst in der Nacht ankam und nicht sofort alles im Tageslicht sehen konnte.

Unsere Waisenhäuser waren bisher gemietet und in Dar es Salaam verstreut, daher nur mit hohem Aufwand zu managen.Die Umgebung war für die Kinder relativ unsicher, es war alles voller Dreck sobald man das Haus verlies und es gab keine zuverlässige Wasserversorgung.
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Das neue Zuhause steht...nach und nach
Jetzt haben wir –
Dank der Spender, Paten und Firmen, die uns unterstützen – ein Grundstück, welches wir in den vergangenen zwei Jahren kontinuierlich weiter entwickeln konnten. Seit letztem Monat leben alle unsere Kinder in zwei Häusern, nach Geschlecht getrennt, und richtig gut aufgehoben. Mama Penina, unsere Hausmutter aus dem ehem. Mbagalahaus wird ab 1. August von einem neuen Pflegeelternpaar ersetzt. Sie unterstützt unseren neuen Pflegevater „Cyprian“ noch einen weiteren Monat in der Übergangszeit. Cyprian kommt mit seiner Frau, von Beruf Krankenschwester und 2 Töchtern zu uns.

Wir bauen gerade unser ursprünglich erstes Gebäude auf dem Gelände – unsere ehemaligen Lagergebäude - zu einem kleinen „Staffquarter“ um, so dass die Familie von Cyprian mit uns leben kann. Die Mama mdogo´s (kleinen Mütter), unsere Hausgirls, werden im Pumphaus, welches wir natürlich wohnlich herrichten, ihr Nachtlager beziehen. Somit sind alle Gebäude belegt und damit auch relativ sicher vor Einbrüchen oder Diebstahl.

Die ehemaligen Kids sind nun junge Erwachsene
Bei den älteren Kindern dünnt es sich so langsam aus: Jonas, dessen Mutter lebt, wohnt jetzt wieder bei ihr. Der große Onesmo ist jetzt schon fast 19 Jahre alt und bekommt neben der Ausbildung zum Schreiner, die er mit den anderen großen Jungs Joshua, Said und Mashaka macht, zusätzliche Aufgaben. Es ist nicht immer leicht mit den Jungs und es erinnert mich an meine eigene Pubertät und die Schwierigkeiten, die ich meinen Eltern gemacht habe.

Auch Natascha Ochsenknecht engagiert sich für unsere Kinderheime
3 Tage nach meiner Ankunft am Montag den 7. Juli habe ich unsere seit Juli für Streetkids International e.V. agierende Botschafterin Natascha Ochsenknecht vom Flughafen in Dar es Salaam abgeholt. Wir sind froh, sie für uns gewonnen zu haben. Wir konnten viel Zeit mit den Kindern verbringen, haben gemeinsame Ausflüge unternommen und alle konnten sich langsam kennen lernen. Ich bin gespannt wie sich das alles weiter entwickelt!
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Erziehung zur Selbstverantwortung: Unser Anliegen in der Arbeit mit den Kindern
Meine größten Bemühungen gelten immer unseren Kindern und dem Vermitteln von Verantwortung. Unsere kleinen Kinder denken oft nur bis zur nächsten Mahlzeit, werden in der Schule nicht gefordert und vergessen sehr schnell.

Wir haben jetzt ein relativ großes Stück Land und werden versuchen über die Verantwortung einer zugeteilten Gemüse- oder Obstparzelle ein Gefühl und vor allem eine Erfahrung der Verantwortung erlebbar zu machen. Dies ist alles gar nicht so einfach, denn es verlangt intelligentes und vorausschauendes Wirtschaften. Wir haben schon mehrfach geerntet und dadurch viel Geld gespart.

Selbstversorgung als pädagogisches und wirtschaftliches Konzept
Bei uns wachsen Tomaten, Ananas, Passionsfrüchte, süße Bananen und Kochbananen, Auberginen, Hagebutten, 2 Sorten Spinat, Kasawa,
Lemongras, Zuckerrohr und vieles mehr. Wir haben Mango- und Cashewnutbäume, mehrere Moringabäume (der gemahlene Samen des Moringsbaums eignet sich, um Wasser bakterien- und schwebeteilchenfrei zu machen. Zur Säuberung von 1 Liter Wasser werden 0,2 g des Samens benötigt).
Hinter dem ehemaligen Lagerhaus bauen wir einen ordentlichen Stall für unsere Hühner mit Freigehege, somit wird hoffentlich unsere Ernte des Gemüsegartens ergiebiger und wir werden ein wenig professioneller.
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Neue Kinder kommen dazu - aber wir können nicht alle aufnehmen
Wir haben immer wieder Anfragen und Anträge von Menschen, die uns Kinder bringen möchten, die wir in unsere Waisenhäuser aufnehmen sollen. In den meisten Fällen müssen wir die Aufnahme ablehnen, da oft unsere Anforderungen nicht erfüllt werden. Nur wenn sich wirklich niemand um die Kinder kümmern kann, wenn sie alleine auf sich gestellt sind oder wenn absolut keiner der Verwandten und Menschen, die um diese Kinder herum leben für mindestens EINE regelmäßige Mahlzeit sorgen kann, – dann prüfen wir, ob es wirklich Waisenkinder sind und ob sie aufgenommen werden können.

Wir warten derzeit auf die finalen Papiere von einem kleinen Mädchen, ein Waisenkind, das unsere Hilfe braucht. Wir hoffen, dass wir die Kleine bald bei uns aufnehmen können.

Daniel Preuß


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